Ja, ich habe schon eine Drohne, die DJI Mavic Pro und bin auch super zufrieden mit ihr. Warum sie so toll ist, habe ich auch schon einmal einen Blogeintrag geschrieben. Jetzt wäre vielleicht naheliegend, dass ich mir ein Nachfolgermodell kaufe, schließlich ist die Mavic Pro im Januar bereits vier Jahre alt geworden und es hat sich – vor allem bei der Kameraqualität – einiges getan.

Meine DJI Mavic Pro

Im August letzten Jahres überkam den YouTube Algorithmus die Lust mir Videos von Drohnen-Channels vorzuschlagen und so kam ich mal wieder in Kontakt mit der FPV (First-Person-View) Drohnenfliegerei. Schon lange habe ich damit geliebäugelt, aber immer nichts gekauft, weil es eigentlich schnell teuer wird, wenn man ordentliches Equipment möchte. Zudem benötigt es seeehr viel Übung, bis man ordentlich fliegen kann. Ende August 2020 habe ich mir dann einmal ein gebrauchtes Komplettpaket gekauft. Da die FPV-Fliegerei zum Modellbau (Ferngesteuerte Autos, Flugzeuge, Boote…) gehört, gibt’s hier keine Komplettsets, sondern man muss sich alles selbst zusammenstellen. Dazu gehört:

  • Rahmen mit Motoren, Motorreglern (ESCs), Flightcontroller, FPV-Kamera, Videoübertragungsmodul, Empfänger für die verwendete Fernbedienung
  • Fernbedienung
  • Videobrille
  • Akkus für den Kopter und die Brille
  • Ladegerät
  • Ersatzrotoren
  • zweiter Monitor für den Spotter (damit der auch sieht, was der Pilot gerade in der Videobrille sieht)
  • Ne Menge Ersatzteile, Schrauben, 12V Lötkolben, etc…
Das „Immer-Dabei-Paket“

 

Was ist FPV-Fliegen überhaupt?

Jetzt rede ich ständig von FPV, aber was bedeutet das überhaupt und was ist daran anders, als meine normale DJI Mavic? Das Grundprinzip ist natürlich dasselbe. Ein fliegender Rahmen mit vier Rotoren und (mindestens) einer Kamera dran. Damit das Ding tut was es soll, werden die Motoren von einem Bordcomputer („Flightcontroller“) unterschiedlich angesteuert.

Beispiel für FPV-Freestyle (Spaßfliegen):

Beispiel für FPV in filmerischer Anwendung:

 

Vergleich von DJI Mavic Pro und der FPV Drohne kurz und knackig:

Die DJI Mavic Pro und der FPV Quad
  DJI Mavic Pro FPV Drohne
Anzahl Rotoren 4 4
Akku Spezieller DJI Akku Handelsüblicher LiPo (bei mir ein 4-Zellen Akku)
Flugzeit (1 Akku) Ca. 20 Minuten Ca. 4-5 Minuten
Schubkraft Ca. 1,3 kg Ca. 4 kg – etwa 1,5-1,7 kW Peak-Leistung (ja, das sind über 100 A Akkustrom)
Flugstabilisierung In alle Richtungen ohne Piloteneingaben Wenn aktiviert: Waagrechte Fluglage, keine Windkorrektur, Höhe muss immer manuell gehalten werden
Kamera Durch 3-Achsen-Gimbal stabilisierte 4K-Kamera, von welcher auch das Live-Bild für den Piloten stammt Meist zwei Kameras:

  • FPV Kamera (meist analog, für die FPV Brille)
  • GoPro (EIS)
Anschaffungs-kosten Gibt’s nur im Set mit Fernbedienung: ca. 1200 € (damals), das Nachfolgermodell kostet genauso Alles zusammen: sehr individuell. Von 300€ bis 2000+€

Die Drohne mit Elektronik ca. 200-300€, den Rest behält man normal bei einem Upgrade

Kosten Absturz Außer Rotorblätter ist nichts selbst austauschbar –> Service von DJI –> Mehrere Hundert Euro oder Totalschaden Rotorblätter kosten etwa 70 Cent, GoPro Halterung ist aus dem 3D-Drucker –> Centartikel

Falls ein Arm bricht: Ein zweiter Frame als Ersatzteilspender ca. 40+€

Neuer Motor: ca. 15 €

Schwierigkeit zu Fliegen Super Easy, kann jeder Nach einigen Stunden im Simulator (mit Fernbedienung am PC), crashe ich nicht nach 10 Sekunden;

auch wer eine DJI länger fliegt, versenkt die FPV üblicherweise beim ersten Versuch einen Kreis über offenen Feld zu fliegen im Boden 😉

Einsatzzweck Filmen Racing, Spaßfliegen (Freestyle), evtl. Filmen

*EIS: Electronic Image Stabilization

 

Die Unterschiede etwas ausführlicher

Die DJI Mavic Pro hält selbstständig die aktuelle Höhe und Position, trotz Wind und ohne irgendwelche Steuerbefehle vom Piloten. Das erreicht sie, da sie mit GPS & GLONASS, Barometer, zum Boden gerichteten Kameras und Ultraschall exakt ihre Position bestimmen kann. All diese Sensoren hat eine FPV Drohne nicht. Sie besitzt lediglich Beschleunigungssensoren, sprich, sie weiß immer in welche Richtung die Erdanziehung zeigt und weiß damit immer in welchem Winkel sie dazu steht.

Weil die Erdanziehung immer zum Erdmittelpunkt zeigt, lässt sich mit einem Beschleunigungssensor immer berechnen, in welcher Lage man sich gerade befindet. So weiß übrigens auch euer Handy, ob es den Bildschirm drehen soll oder nicht.

Theoretisch sollte sie die Position (nicht Höhe) also halten, wenn sie waagrecht in der Luft liegt. Theoretisch. In der Realität gibt’s leider Wind, heißt die Drohne driftet immer in irgendeine Richtung. Höhenbestimmung kann eine FPV-Drohne gar nicht. Heißt der Pilot muss ständig mit der Leistung die Höhe nachregeln. Schweben gehört damit zu einer der schwierigsten Übungen.

Bei beiden Drohnen wird ein Live-Kamerabild zum Piloten übertragen. Bei meiner DJI ist die Kamera sogar noch beweglich aufgehängt (Gimbal), und gleich somit sämtliche Flugbewegungen die die Drohne macht aus, sodass man ein besonderes weiches Videobild bekommt.

Kameras beider Drohnen

Fakt nebenbei: Meine erste Drohne, die „Quanum Nova“, war auch eine (fast) vollmanuelle Drohne. Sie hatte zwar ein GPS Modul, aber eben nur GPS, kein GLONASS oder anderes Satellitennavigationssystem. Damit war die Genauigkeit auf ca. 15 m bei bestem Empfang begrenzt, was für eine Drohne ja ein riesiger Radius ist.

Die Quanum Nova war ein riesen Teil…

 

Okay, das heißt, die FPV kann eigentlich nichts, was die DJI kann, warum braucht man dann sowas?

Der Einsatzzweck ist ein ganz ein anderer. Die DJI ist für angenehme, flüssige Videoszenen entwickelt worden. Eine FPV-Drohne ist unheimlich schnell und wendig. Ursprünglich waren FPV-Drohnen nur zum Spaßfliegen da, es gibt mittlerweile auch weltweit FPV-Drohnenrennen (da war ich 2016 in Fürth mal als Zuschauer). Durch die immer besser werdenden GoPros werden sie in den letzten Jahren auch immer häufiger zum Filmen eingesetzt. Sogar DJI hat 2021 eine FPV Drohne auf dem Markt gebracht (kostet aber 1300€ und ist ähnlich irreparabel wie die Mavic). Mein aktueller Einsatzzweck ist aktuell definitiv nur der Spaßfaktor, denn die Mavic zu fliegen, macht nach meinen vielen Flugstunden keinen Spaß mehr, denn man muss ja nichts tun, das Ding fliegt von allein. Filmerisch machts noch Spaß, aber naja… Corona? Urlaub? Und der finanzielle Schaden auf einer riskanten Route zu crashen ist mir zu groß.

Vielleicht kommt in einem meiner nächsten Reisevideos auch mal ne Szene von der FPV, vielleicht.

Suchen gehört auch öfter dazu 😉

Nagut, zurück zum Anfang: Ich habe mir also im August 2020 ein gebrauchtes Komplettset gekauft. Da man die Fernbedienung allerdings nicht am PC anschließen konnte, habe ich mir gleich einen neue gekauft um am Simulator üben zu können. Als es dann da einigermaßen ging, war die echte Drohne dran.

Der erste Build, wie gekauft – die GoPro nur zur Deko, denn die Leistung zum Tragen hatte sie nicht.

Oh man war das schwer. Nach mehreren Flügen und vielen kleinen Reparaturen konnte ich zumindest in größerer Höhe im Kreis fliegen. Aber auch nur in die Richtung wie ich angefangen habe. Umdrehen, uff, nächste Herausforderung. An eine enge Umgebung noch lange nicht zu denken. Umso mehr ich mich dann mit der Materie befasst habe, umso mehr habe ich gemerkt, dass mein Equipment etwa aus 2013/2014 kommt und es sich wohl einiges getan hat in den letzten 5-6 Jahren, was die Qualität und Stabilität angeht. Zudem war die Drohne auch leistungstechnisch sehr schwach. Ich habe die ursprünglich verbaute Rückfahrkamera noch durch eine spezielle FPV-Kamera ersetzt, bin dann aber nie wieder geflogen, weil schlechtes Wetter.

die neue RunCam

Jetzt in den Osterferien, nach dem Winter, war ich wieder angefixt und wollte es richtig angehen und mir mal einen aktuellen Quad (von Quadkopter, in der Szene auch Kwad) mit mehr Leistung bauen.

Da habe ich was angefangen… Mehr gibt’s im nächsten Blogeintrag am Dienstag um 16 Uhr 😉

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