Da war ich also. Ich hatte eine FPV-Drohne mit Hardware aus 2013 und sehr wenig Leistung. Also habe ich mich angefangen zu belesen und bin darauf gekommen, dass 4S (Vier LiPo-Zellen Akkus –> Spannung 14,8 V) so der Standard im FPV-Bereich ist. Manche fliegen auch 6S. Also habe ich mir Komponenten für 4S, welche teilweise bis 6S kompatibel sind, rausgesucht und bestellt. 

Der Bau

Abendliche Bastelstunde

Was übernehme ich also aus meinem alten Quad? Naja, ähm… Eigentlich nichts außer dem Rahmen, dem Videosender und der bereits aktualisierten Kamera.

Als die Komponenten dann endlich da waren, habe ich mich drei Abende mehrere Stunden hingesetzt und erst die alte Drohne komplett auseinandergenommen und dann nach und nach alle neuen Komponenten eingebaut und verlötet. In einer FPV-Drohne wird eigentlich alles verlötet, da sich Steckverbindungen durch die Vibrationen oder Unfälle lösen können, Lötstellen halten da mehr aus. Ach ja, Vibrationen, da musste ich auch noch was zu lernen… Später mehr.

Aufbau FPV Quad

Weil es im Freundeskreis gerade Trend war, seine Basteltätigkeiten den anderen in irgendeiner Form live zur Verfügung zu stellen (Kumpelt baute seinen 3D Drucker und moderierte dabei, ein anderer hatte auch einen Webcam-Stream vom Bau seines 3D Druckers, der nächste schickte minütliche Updates seines Lego-Spaceshuttle…), habe ich meine drei Bastelabende jeweils auch live und mit Kommentar auf Twitch gestreamt und sogar ein paar sehr wenige Zuschauer gehabt 😅

Einen Zeitraffer des kompletten Umbaus inkl. des Erstflugs gibt’s hier:

 

Erstflug

Kurz vor dem ersten Start

Am 27. April war es dann soweit. Die Drohne war fertig konfiguriert, schien auf dem Schreibtisch (ohne Rotorblätter 😉) zu funktionieren. Max hat den Stream auch verfolgt und wollte dabei sein, was mich gefreut hat, denn ich rechnete ja mit Crash / Frust / Ärger.

Im Video unten ist der Erstflug ab 7:36 Min und ihr seht auch: Sie funktioniert! Und ich muss sagen, es ist SO ein großer Unterschied zu der alten. Sie fliegt so viel stabiler und mit der höheren Leistung lässt sich so oft ein Absturz retten, bzw. ist fliegen näher am Boden einfach viel leichter. Zum Vergleich: Mit der neuen Ausstattung brauche ich etwa 15-20% Gas um die Höhe zu halten. Bei der alten waren das etwa 60%. Da ist dann nicht mehr viel Power nach oben, gerade, wenn die Drohne gerade auf dem Weg nach unten ist und man sie auffangen will.

Und jetzt kommen wir zu den Vibrationen. Außer Rotorblätter ist nichts kaputt gegangen, allerdings verloren gegangen. Denn einige Schrauben des Chassis haben sich gelöst und es sind zwei Stangen des Chassis einfach raus gefallen.

Lektion 1: Schraubensicherungslack verwenden! Seitdem habe ich damit keine Probleme mehr.

Was ich sonst noch in den ersten Flügen gelernt habe.

Lektion 2: Meine billigst-Rotorblätter brechen mit den starken Rotoren fast bei jedem Crash, wenn die Motoren beim Einschlag noch eingeschaltet sind.

Abhilfe: Rechtzeitig „disarmen“, also Rotoren ausschalten, etwas stabilere Propeller (habe ich schon, sind auch leiser)

Lektion 3: Die Halterungsschrauben für den Stack (Sandwich aus ESC, Flightcontroller und Empänger) sollten nicht aus Plastik sein. Die brechen.

Abhilfe: Ersetzt durch Metallschrauben.

Lektion 4: Die Endpunkte Fernbedienung stimmen nicht mit den Endpunkten des Empfängers überein und müssen manuell in der Fernbedienung eingestellt werden.

Was man alles in der Fernbedienung einstellen kann…

Lektion 5: Meine Videobrille ist auch echt schlecht. Ich tue mir extrem schwer etwas mehr Details zu erkennen.

Abhilfe: Ich habe mir eine neue Videobrille, die Fatshark Dominator HD2 (natürlich gebraucht) gekauft. Was ein Unterschied! Als ob man einen 20“ TV durch einen 55“ TV ersetzt. Jetzt sehe ich auch wohin ich fliege 😅

Links die neue Fatshark Dominator HD2

Mal ein ganzer Flug mit GoPro und Bild aus der FPV-Brille:

 

Und was hat der Spaß bisher gekostet?

Oh oh, das rechne ich mir jetzt das erste Mal wirklich alles zusammen:

Naja, immernoch weniger als die DJI FPV Drohne 😅 Und es ist alles immer easy zu reparieren. Einiges war natürlich Lehrgeld, schließlich habe ich von der ursprünglich für 355 € gekauften Ausrüstung eigentlich nichts außer die zwei Rahmen in Gebrauch. Die hätte ich auch für 50€ kaufen können. Aber ich habe einiges gelernt durch das Rumprobieren mit dem alten Ding, ich habe gesehen, wo und warum Mehrkosten einen Sinn haben und wo nicht. Würde ich es wieder machen? Ja klar, weil ich niemanden im Freundeskreis habe, der sich damit wirklich auskennt, musste ich ja irgendwie lernen und wenn ich jetzt gucke, was ich noch zu tun habe… Die Liste ist lang…

Todos:

  • Steuerung des OSD-Menüs der FPV-Kamera
  • Funktionierende LEDs verbauen
  • Neue GoPro-Halterung
  • Schutzvorrichtung für den Stack
  • Üben, üben, üben

 

Fazit

Wenn man eine ordentliche Ausrüstung haben möchte, muss man schon Geld ausgeben. Zudem braucht man viel Geduld, da man ständig reparieren und anpassen muss. Ich habe vier Akkus, jeweils eine Flugzeit von ca. 5 Minuten, das hieße ca. 20 Minuten brauche ich zum Fliegen. Selten bin ich unter einer Dreiviertelstunde vor Ort. Warum? Reparaturen direkt vor Ort.

Wo fliege ich überhaupt? Aktuell bin ich am Wochenende gern am Parkplatz neben dem Edelweiss am Ortsausgang Kempten, denn der Parkplatz ist dann meist leer und dort stört es keinen. Aber Orte zum Fliegen zu finden ist eine Qual. Stimmt doch unten mal ab, ob ich einen Artikel zu den Drohnenregeln in Deutschland schreiben soll und warum wir eigentlich in einem drohnenunfreundlichen Land leben…

Bis dahin! Vielen Dank fürs Lesen, ich wünsch dir einen schönen Tag!

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