Vorbereitungen
Um ca. 3 Uhr bin ich mal aufgewacht, weil meine Beine etwas kalt waren, also kam die Langlauf-Thermounterwäsche dran und an den Kopf ein Buff Tuch. Um kurz vor 7 Uhr bin ich nochmal aufgewacht, weil mir auch obenrum nicht mehr so warm war. Da konnte ich aus dem Zeltfenster aber schon die Sonne an den Berggipfeln sehen. Die kälteste Phase war also vorbei. Aber nächste Nacht werde ich von Anfang an mehr anziehen.
Aber auch um 8:30Uhr, als ich mich aus dem warmen Schlafsack geschält habe, war es draußen noch sehr kalt. Aber blauer Himmel. Der Campingplatz liegt nur lange im Schatten…
Nach dem Frühstück war ich mir immer noch nicht sicher, was ich für meine Radtour anziehen soll. Es geht wieder hoch auf über 2700m, da könnte es richtig kalt sein. Und ist die Abfahrt in der Sonne?
Ich entschied mich nach langem Überlegen doch die Trailrunningweste anzuziehen um eine lange Hose und Weste mitzunehmen.

Über Sölden zum Tiefenbachgletscher
Erst leicht ansteigend das Ötztal noch bis Sölden hoch. Teilweise gibt es einen super geteerten Radweg, teilweise musste ich auf der Straße fahren. Spätestens beim Abzweig zum Gletscher und Hochsölden war dann aber fast kein Auto mehr unterwegs.

Der Tacho begrüßte mich im Anstieg mit einer durchschnittlichen Steigung von 11% für die nächsten 12,5km und 1400hm. Cool. Steil ist geil oder so.

Die Straße war echt schön, erst ging es durch den Wald und ab der Mautstation oberhalb der Baumgrenze stetig bergauf, teils mit Kehren immer weiter bergauf. In der Ferne konnte man den Rettenbachferner Gletscher bereits sehen. Ziel also in Sicht.




Am Rettenbachferner ist der höchste Straßenpunkt Europas mit auch einem „Fototor“. Es waren so wenig Leute unterwegs, aber genau da traf ich auf zwei E-Biker, zwei Gravel-Biker und mehrere Motorradfahrer, weshalb ich kein Solo-Bild machen konnte. Schade.



Tunnel der Kälte
Vom Rettenbachferner geht ein ca. 1,7km langer Tunnel bergauf bis zum Tiefenbachgletscher. Ein Schild warnte vor Eis im Tunnel.

Alles klar, das wird kalt. Die Temperatur am Tacho fiel bis 10°C, allerdings war ich dann schon draußen, ich denke es war kälter.

Eigentlich ist die Straße auf der anderen Seite höher als der „Höchste Straßenpunkt Europas“. Hier war ich auf 2829m. Allerdings trifft einen hier der Schlag, wie der Skitourismus die Berge kaputt macht. Zum einen werden gerade wohl neue Parkplätze gebaut, dann ist alles vollgepflastert mit PV-Säulen und die Berghänge sehen auch alles andere als natürlich aus.

Ich habe mir kurz mit einem Trailläufer, der gerade hoch gelaufen kam, unterhalten, dann ging es wieder zurück durch den Kältetunnel.

Runter, hoch, wieder runter und Boxenstopp
Nachdem ich vor dem Tunnel noch in der Sonne stand, war mir sehr warm und ich dachte die Regenjacke als Windschutz reicht. Naja, nach dem Tunnel war mir wieder kalt und ich zog die Langlaufweste aus der Trailrunningweste raus und schoss die Abfahrt runter. Wobei schießen eher weniger, es war recht windig, und bei höheren Geschwindigkeiten werden die hohen Felgen gefühlt etwas instabiler. So war halt bei 70km/h Schluss ;D
Fast ganz unten ging es beim Abzweig noch die 350hm hoch nach Hochsölden. Eigentlich nur riesige Hotels, aber nochmal Höhenmeter und ein schöner Blick. Und ich hatte ein paar „hier war ich schon mal“ Momente, denn neben der Straße verlaufen einige der Trails des Bikeparks, wo ich letztes Jahr mal einen Tag lang gefahren bin.




Und eine weitere Abfahrt 😉


Nachdem ich jetzt sicher nur noch meine Regenjacke brauchen werde, beschloss ich, dass ich einen Boxenstopp beim Campingplatz auf dem Weg einlege und dort meine Weste mit den ganzen warmen Klamotten loswerde. Außerdem kann ich dort Wasser auffüllen, denn in der ganzen Nobelhotelwelt von Sölden, bzw. den Skiliften, habe ich keinen Brunnen entdeckt.
Abstecher nach Gries
Die Auffahrt nach Gries war etwas weiter nördlich als der Campingplatz, aber ging ab dem Moment, wo ich von der Hauptstraße abgebogen bin, direkt in engen Serpentinen bergauf. Nachdem es ein Sackgassental ist, fuhren auch dort nur wenige Autos und ich konnte mich in Ruhe den Berg hinauf schlängeln.

Ich fuhr soweit es der geteerte Weg zuließ ins Tal hinein. Einsamkeit. Schön. Aber an das Stilluptal letztes Jahr kommt nichts heran.


Ich genoss die letzten Gummibärchen in der Sonne und rollte anschließend die Serpentinen wieder bergab und konnte dabei zwei Autos überholen 😎
Abendprogramm
17:30 Uhr war ich zurück. Eine entspannte Uhrzeit. Leider war jetzt der Campingplatz auch schon wieder im Schatten. Quasi wie Immenstadt hier, Sonne gibt’s nur von 12 bis Mittags.
Ich genoss die Premium-Dusche, verarztete meinen von der Wanderung am Sonntag an einer Stelle etwas offenen Fußrücken und ging um 18:45 Uhr zum Campingplatzrestaurant (4,9 Sterne auf Google). Nachdem ich nicht reserviert hatte, gab es erst um 20 Uhr einen Platz für mich. Also setzte ich mich erst noch ein bisschen ans Zelt, dann in den warmen Aufenthaltsraum und machte meine SocialMedia-Arbeit und begann diesen Blog zu schreiben.
Das Essen war super lecker, für mich gabs eine Französische Zwiebelsuppe mit Croutons und Raclettekäse und anschließend das „Tiroler Knödeltris“ (Käse-, Spinat- und Rahmknödel mit Butter, Rahmkraut und Parmesan). Ich bin pappsatt.


Garmin sagt, dass ich heute knapp 5500 kcal verbrannt habe. Gemini sagt, dass ich mit meinem Essen des Tages etwa 3000 bis 3600 kcal gegessen habe. Naja, morgen gibt’s nochmal ne Tour, Donnerstag ist dann eher Ruhetag und wie es aussieht habe ich dann auch endlich den Bus! Finally.
Ob das geklappt hat, erfahrt ihr im morgigen Blog. Achja, hatte ich erwähnt, dass der Campingplatz neben dem warmen Aufenthaltsraum auch super WLAN hat? Sehr Blog-freundlich hier 😀
Der nächste Blogeintrag verzögert sich etwas… Der Mittwoch war sehr stressig, wahrscheinlich komme ich erst Donnerstag dazu etwas zu schreiben…
