Freitag, 27.08 – Värnäs bis Edsken

Da ich heute mal bisschen was los werden muss gelingt es Nico schon wieder den (scheinbar Dauer-) Joker zu ziehen. [Anmerkung: Ich habe diesmal aber auch ein bisschen mitgeschrieben.]

Mal wieder konnten wir an einem Premium-Platz erwachen und nach einer ausgiebig warmen Dusche sogar im Teil-Sonnenschein frühstücken. Diesmal übrigens in einer anderen Reihenfolge, dann erst wurde das Zelt abgebaut und es sich am „Frühstückstisch“ gemütlich gemacht. Um den Sonnenschein nicht zu verlieren bzw. dem Regen zu entkommen (wie gestern) ging’s quer durch Schweden auf Elch- und Sonnensuche!

70? Challenge accepted.

Die Elchsuche entstand, da ich mal wieder zu Nico sage: „Die nächstmögliche Stelle hältst du mal an, bitte.“ Nachdem ich der Mensch bin, der einfach mal kreuz und quer durch den Wald spaziert finde ich so manch Dinge… Nico magst du’s sehen?

Ein dicker Knochen, mindestens so lang wie Schuhgröße 46 – ein Elchknochen?

Die Elchsuche wurde daraufhin, also auf Grund Hinterlassenschaften, in diesem einem Wald im Nirgendwo ausgeweitet. Leider ohne Erfolg.

Elchsuche…

Abgelegene Straßen sind unser Weg und dabei kommen doch so einige Fragen auf.

Gewächshäuser

Warum gibt’s bis zum jetzigen Urlaubszeitpunkt eigentlich nur 30 Gewächshäuser? Ja, ich habe irgendwann angefangen sie zu zählen, weil es mir erstaunlich wenige erschienen.

Rasen

Und warum schaut in jedem Garten die Rasenhöhe eigentlich wie ausgemessen und mit Sichel geschnitten, wie bei Asterix (erobert Rom??? bei den Briten???) aus? Das ist schon echt seltsam, egal wo man ist, das komplette Grundstück sieht immer (!) aus als sind keine 3 Tage seit dem letzten Mal rasenmähen vergangen. Aus diesem Grund sieht man hier wohl auch sehr viel häufiger Rasenmähroboter (von denen wir beide keine großen Fans sind).

Manchmal siehts auch aus wie im Allgäu, nur, dass die Häuser rot sind 😉

Amischlitten

Die Schweden sind offenbar große Fans von den typischen Amischlitten, das ist echt cool zu sehen, wie oft einem ein solches – für uns sehr exklusives – Auto entgegenkommt. Markus erzählte uns, dass es hier regelmäßig Treffen der Liebhaber gibt.

Leider bisher das einzige Bild, was ich habe..

Weitere spezielle Autos

Da kommt mir ein Gedanke. Am Abend kam die Frage auf, wieso eigentlich manche Autos ein Warndreieck statt Kennzeichen besitzen. Nico hat daraufhin sein noch vorhandenes Datenvolumen genutzt und mal geforscht. Die so gekennzeichneten Autos, A-Traktoren oder auch Epa-Traktor, können von Jugendlichen ab 15 Jahren gefahren werden. Allerdings nur 30 km/h schnell, was scheinbar mit Duftbäumen, lauter Musik und Ich-gestalte-mein-Auto-als-wäre-es-mein-Zimmer wieder wett gemacht wird. Und ja, die fahren echt verdammt langsam und ja, es ist witzig. Hier noch ein Link zu einem netten Artikel aus der SZ dazu. 

[Leider kein Bild, ich will ja nicht selbst zum Verkehrshindernis werden ;)]

Toalett

Warum ist das eigentlich hier so einfach eine Toilette zu finden? Es ist erstaunlich, aber man muss wirklich nicht lang suchen. Dazu muss man auch erwähnen, dass die Toiletten hier meist (mit sehr wenigen Ausnahmen) extrem sauber sind. Davon könnten sich manch andere ein Scheibchen abschneiden.

[Auch kein Bild… irgendwie vielleicht verständlich?]

Der Grund für die roten Häuser

Nachdem wir dann eine Weile unterwegs waren, kamen wir in Falun an. Dort ist eine große Bergbaumine, die man sich angucken konnte. Als wir ankamen hat man schon gemerkt, dass hier sehr viel für die Touristen gemacht wird. Mehrere verschiedene Parkplätze für Autos, Autos mit Wohnwagen, Wohnmobile, Busse. Nur war es jetzt schon etwa 16 Uhr und dazu ist in Schweden schon Nebensaison, also nichts los. Wir spazierten einmal um das große Loch und lasen uns an diversen Infoschildern schlau. Nachdem die Mine nicht mehr geöffnet hatte, gabs leider keine Führung ins Innere. Was ich (Nico) dabei schade finde, ist, dass auf den Infotafeln immer Videos mit QR-Codes verlinkt sind, das Video aber immer nur eine Person zeigt, die einem etwas mehr erklärt. Dafür hätte auch eine Tonspur gereicht. Wenn Video, dann doch bitte auch Bilder von der Mine, Funktionweise, Skizzen, etc… 3 von 5 Sterne 😉

Das Hauptgebäude der Mine
Blick in die Grube

Diese Mine ist übrigens der Ursprung der roten Farbe der Häuser in Schweden. Das rot heißt Falunrot. Im 16. Jahrhundert haben die Leute hier angefangen ihre Häuser mit dem aus der Mine gewonnenen Pigment ihre Häuser anzustreichen, sodass diese mehr Ähnlichkeit mit den Backsteinhäusern der reichen Zentraleuropäer hatten.

Falunrot – hier gut erkennbar
Coole Steine
Mit den Häusern lässt sich die Tiefe der Grube besser einschätzen

Abschließend noch zu unserer heutigen Schlafplatzsuche. Da wir uns jetzt eher in der Mitte Schwedens befinden, werden die Campingplätze etwas rarer. Wir sind offen für Wildcamping, aber bisher hat uns noch nichts überzeugt. [Und wir natürlich auch noch nicht offroadig genug unterwegs.] Daher wird der einzige Platz auf unserer Route für den nächsten Tag angesteuert.

Nico versucht Leute an der Rezeption zu erwischen, mit zwei anderen Anreisenden, die sich scheinbar nicht mit ihm austauschen möchten. [Dank ihnen habe ich es aber überhaupt geschafft jemanden zu erreichen, bei der angegebenen Telefonnummer war nämlich niemand erreichbar.] Nach einer Weile kommt er wieder und wir rollen auf den Platz, der von Wohnwagen dominiert wird. Der See ist idyllisch und für unser Zelt (das Einzige) perfekt. Allerdings hat es scheinbar viel geregnet und die Platzsuche beschränkt sich auf eine Stelle, da wo‘s nicht so komische Sumpfgeräusche beim Laufen macht.

Saftig grüne Wiese 😉

Auch am See gibt es eindeutige Anzeichen, dass es in letzter Zeit sehr viel geregnet hat.

Steg ohne nasse Füße nicht betretbar, Schild halb unter Wasser… Ob das so normal ist?

Nach dem Abendessen geht’s wegen Mimimi-Kalt [beiderseits] relativ schnell ins Zelt.

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