Etwas verspätet, aber er kommt: Ein Blog zum Hochtourenkurs vom 05. bis 08. August, den ich jetzt auf der Fähre nach Schweden schreibe… Dazu kommt auch ein Blog… Eigentlich ca. alle 2 Tage. Aber das ist ein anderes Kapitel. Zurück zum Hochtourenkurs:

Samstag, 10. Juli

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Meli (15:33Uhr):

https://tauernguide.at/de/kurs/hochtourenkurs-grossvenediger-11

Lust? 5.-8.8.?

Nico (16:30Uhr):

Klingt echt cool ? Joa denke wäre dabei ?

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Und mit diesem Gespräch war dann auch schon alles ausgemacht. Es kann manchmal so schön einfach sein.

 

Mittwoch + Donnerstag, 04./05.08 – Anreise und Aufstieg

Da der Kurs am Donnerstagmittag losging, bin ich am Mittwochnachmittag bereits zu Meli nach Krün gefahren, denn wir waren nicht nur zu zweit, sondern Meli hat auch bei Anna (die 2020 schon mal mit auf der Rohnenspitze war –> Blogeintrag) und ihrem Bruder Flo Werbung gemacht.

Donnerstagvormittag haben wir dann Anna eingesammelt, noch eingekauft und sind etwa 3 Stunden bis zum Matreier Tauernhaus gefahren. Dort trafen wir um 13 Uhr die vier weiteren Teilnehmer, unseren Bergführer Robert und stiegen erstmal zu 9t + Fahrer in ein Taxi, was uns bis zur Venedigerhütte gebracht hat. Von dort aus sind wir schwer bepackt (schließlich hatten wir von Sonnenschein bis 0°C, Regen, Wind alles an Klamotten dabei) bis zur Materialseilbahn gelaufen.

Vom Packrucksack erleichtert ging es jetzt in gemütlichem Tempo bei gelegentlichen Regenschauern die 1000 hm bis zur Neuen Prager Hütte auf 2796 m hoch. Nach ca. 2,5 Std. kamen wir dort an und bezogen unser 8er-Zimmer für die nächsten drei Nächte.

Hochweg zur Neuen Prager Hütte
Blick zurück ins Tal
Die Ausläufer des Gletscher
Es wurde steiniger, die Hütte schon in Sicht
Schöne Aussicht von der Neuen Prager Hütte
Neue Prager Hütte

Vor und beim Abendessen gabs dann eine kleine Kennenlernrunde. Wir sind also zu 9t: Unser Bergführer Robert, „unsere“ 4er Gruppe Meli, Anna, Flo und ich, eine Dreiergruppe Thomas, Julia und Amelie und Fabian, der auf eigene Faust unterwegs war. Alle haben von Beginn an einen super freundlichen Eindruck gemacht, die Angst, dass das Gruppenklima doof ist, war also schon mal weg. Hüttentypisch ging es früh ins Bett, um 21:50 Uhr ging das letzte Licht aus.

 

Freitag, 06.08 – Vormittag: Knotenkunde, Lose Rolle

7 Uhr gabs Frühstück, um kurz vor 8 trafen wir uns gepackt vor der Hütte. Da viele von uns (inkl. mir) sich noch kein Material gekauft hatten, hat Robert nun erstmal Material ausgegeben: Steigeisen, Pickel, Klettergurt, Reepschnüre, Bandschlinge, Eisschraube, Karabiner, Helm.

Steigeisen anlegen

Bepackt und angekleidet gingen wir aufs Schneefeld hinter der Hütte und bekamen dort Tipps zur Steigeisen- & Pickelauswahl, Gehen mit Steigeisen und Pickel. Anschließend gabs die erste Runde Knotenkunde, mit Knoten welche für das Anseilen in eine Seilschaft (Verbund aus 3-5 Personen), sowie das Retten einer Person aus einer Gletscherspalte notwendig sind.

Robert erklärt uns den Umgang mit dem Pickel

Nachdem wir das einigermaßen drauf hatten gings los und wir übten mit einem Partner im fast Flachen die „lose Rolle“, also das Abfangen und Retten des Partners, wenn er in eine Gletscherspalte abrutscht. Eigentlich schon verrückt, denn als Sicherung, dass man beim Retten nicht selbst mit abrutscht und gemeinsam abstürzt dient einzig und allein der Pickel, den man ca. 20cm tief vergräbt und dort eine Bandschlinge aus dem Schnee herausführt. Das nennt sich T-Anker oder wie Robert sagt: Toter Mann. Er wollte uns aber nicht verraten, ob es toter Mann heißt, weil der Pickel, wie ein Toter im Schnee liegt oder weil es evtl. Tote gibt, wenn der Pickel doch raus rutscht…

Flo schlägt das Loch für den T-Anker
Nachdem der Tote Mann liegt, kommt er gesichert bis zum Gletscherrand – die Übung wird von Robert immer beobachtet und er hilft, falls es mal hackt
Meli sichert sich und Anna
Pause muss natürlich auch mal sein 😉

 

Freitag, 06.08 – Nachmittag: mehr Knoten, Abseil- und Aufstiegstechnik

Nach einer Suppe zum Mittagessen ging es an einen Felsen unterhalb der Hütte. Dort gab es wieder ein paar neue Knoten zu lernen und wir übten das bauen eines Stand (Fixpunkt an dem man sichert, üblicherweise zwei Haken mit einer Bandschlinge (& Knoten) verbunden, falls einer nicht halten sollte). Von dort aus seilten wir uns erstmal ab.

Stand bauen
Abseilübung mit Panoramablick

Anschließend ging’s in die andere Richtung: Angenommen man sitzt in einer Gletscherspalte, die Person oben kann einen aber nicht hochziehen (Lose Rolle). Dann sollte man sich ja auch zu helfen wissen. Das übten wir also am Felsen und dem Seil, was oben am Stand festgemacht war.

Robert zeigt uns wie’s geht
Flo probiert es selbst
Anna ist dann auch noch dran 😉
aber ich auch 😉

Gegen 18 Uhr waren wir zurück an der Hütte, es gab Abendessen und wieder ging’s vor 22 Uhr ins Bett. Ein schöner Tag, der diesmal weniger körperlich, sondern eher geistig anstrengend war ging zu Ende. Jetzt waren wir gerüstet für die Besteigung des Großvenediger am nächsten Tag.

Den Blogeintrag dazu gibt’s morgen um 15 Uhr.

Weitere Bewohner der Gegend 😉
Großglockner im Sonnenuntergang

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