Planungsänderung

Nico wieder hier. Heute war durchgehend stärker bewölkt mit leichtem Regenrisiko vorhergesagt. Als ich das gestern Abend gesehen habe, habe ich Dési angeboten, dass sie gerne noch einen Tag länger bleiben kann, denn ich werde bei dem semi-guten Wetter keine große Rennradrunde drehen und somit nur ein paar Stunden weg sein.

Sie nahm das Angebot an und genoss den heutigen Tag auf dem Campingplatz – mit Ausnahme eines Spaziergangs zum Einkaufen. Was hier im Tal auch fast 200hm beinhaltet.

Ich habe gestern gesehen, dass hier in Jerzen direkt ein MTB-Trail vom Hochzeiger, dem Hausberg runter angelegt ist. Na, dann ist die Routenplanung doch schon gesetzt.

Ein Anstieg

Um halb 11 zog ich los. Davor wurde noch ein wenig Zeit vertrödelt, denn es hat immer wieder leicht geregnet, da hatte ich keine Lust zu starten. Beinahe das Erste-Hilfe-Set vergessen, dann gings aber wirklich los. 200m nach Ausfahrt aus dem Campingplatz begann der Anstieg. 17km, 1550hm. Aber wieder immerhin nur ein Anstieg heute ;D

kein so tolles Wetter – rechts von der Holzhütte kann man im Hintergrund den Campingplatz erahnen
aber ist eh nur ein Anstieg…

Ich war überrascht, wie weit sich der Ort nach oben zog. Ich bin über 500hm bergauf gefahren, bis ich die letzten Häuser hinter mir ließ. Ab dann war es auch nur noch ein Forstweg und dort sollte mir auch direkt der einzige Radler des Tages begegnen.

Anfangs noch Teer
später nur noch Schotterweg – und sogar ab und zu mal Sonne

Mit dem MTB bergauf fahren ist so viel anstrengender als mit dem Rennrad. Die knapp 1600hm haben sich angefühlt wie 2500 mit dem Rennrad. Vielleicht auch, weil der Weg teilweise steil war und so einfach der Tritt nicht so gleichbleibend ist, sondern immer wieder Leistungspeaks gefragt sind. Vielleicht brauch ich doch mal Wattpedale am MTB…

Der Hochzeiger im Blick – in den ganzen Skihängen geht auch der Trail runter

Viel gezeigt

Als erstes kam ich am Sechszeiger an.

Kurz vor dem Sechszeiger ein Beschneiungssee
Windgeschützt sitzen und dann auch noch die Richtung bestimmen können. Das ist cool

Gefühlt war dort oben Sturm. Also mussten trotz nur mini-Abfahrt auf dem Weg zum Hochzeiger die Regenjacke und das Stirnband ausgepackt werden. Und vielleicht auch, weil ich ein 6-Uhr-zeige-Foto haben wollte und das mit Selbstauslöser aufgrund von fehlender Präsenz anderer Menschen gar nicht so einfach ist.

Sechszeiger-Foto, leider sieht man meine Hand fast nicht
nochmal ohne rumgezeige
Blick in die andere Richtung zum Hochzeiger – jetzt nur noch rüber

Jetzt nur noch rüber zur Bergstation der Bahn, knapp unterhalb des Gipfels des Hochzeigers. Leider war der Weg zum Gipfel doch zu felsig, sodass ich mein Rad nicht mit hochnehmen konnte, es blieb beim Lift. Gibt also kein hoch-zeige-Bild mit Fahrrad am Hochzeiger.

Das Fahrrad konnte ich am Lift stehen lassen. Schloss hatte ich nämlich keins dabei
Hochzeiger

Am Gipfel traf ich einen Vater mit Sohn. Er meinte „Und du fährst jetzt mit dem Fahrrad wieder runter?“ – „Ja, bin auch schon hoch gefahren.“ – „Ah, ab der Mittelstation?“ – „Nein, von ganz unten am Campingplatz.“ – „Oh, dann aber mit E.“ – „Nein, ohne.“ – „Oh. Respekt.“. Scheinbar kann man heutzutage nicht mehr Fahrradfahren ohne E. Ich würde mich zutiefst schämen, wenn ich in meinem Alter mit einem E-Bike unterwegs wäre (abgesehen von körperlicher Einschränkung, Pendeln oder Einkaufen, also als Auto Ersatz).

Schöne Aussicht…
…und mittlerweile auch annehmbares Wetter

Genug gezeigt. Abfahrt.

Auf der Webseite steht „Die zwei Hochzeiger Biketrails ermöglichen Fahrspaß für alle Altersgruppen. Die Streckenführung der zwei blauen Trails wurde daher bewusst so gewählt, dass neben geübten Downhillfans auch Einsteiger in die Welt des Trail-Fahrens hineinschnuppern können.“ Die zwei Trails sind eigentlich ein Trail, der sich auf Teil 1 „Steinbock Trail“ von Bergstation bis Mittelstation und Teil 2 „Family Trail“ von Mittelstation bis Talstation aufteilt.

Noch ein letztes Foto mit Fahrrad am „Gipfel“
anschließend ab in den Trail

Die Schwierigkeit war perfekt für mich als Trail-Noob. Eigentlich einfach nur ein schöner Flowtrail bis ins Tal. Es gab keine Stelle, wo ich überfordert war. Ein paar wenige größere Sprünge konnte man einfach umfahren.

so gefällt mir das 😉

An der Mittelstation gabs ein „Rookie Trail“ mit ein paar Technikaufgaben. Da habe ich schon etwas versagt bzw. mich nicht getraut. Der Zick-Zack-Weg (ein ca. 30cm breiter Holzpfad mit engen Knicken) war mir auch beim zweiten Versuch unmöglich zu fahren. Die größere Wippe und den größeren Sprung / Abrisskante habe ich mich auch nicht getraut zu fahren.

bin wohl noch kein Rookie Level

Ungeplanter Weg

Am Ende des Trails musste ich noch die ca. 500hm bis zum Campingplatz runter. Ich habe auf der Karte gesehen, dass man auch neben dem Ort durch den Wald runterfahren konnte. Ein traumhafter Weg. Wäre auch zum Hochfahren gegangen, hätte aber nochmal deutlich mehr Energie geschluckt, meine Route war also gut so. Mir sind dort tatsächlich nochmal zwei MTBler entgegengekommen. Wobei eigentlich nur einer, der zweite hatte ein E-Bike.

unerwartet schön durch den Wald – abseits der Straße

Kalorienexpress

Dési hatte eingekauft. So gab es für mich erstmal zwei Muffins mit Schokolade, ein Ei, einen Pfirsich und dann noch eine Packung mit sechs Lebkuchen. Was man halt so isst, anderthalb Stunden vor dem Abendessen ;D Nach dem Duschen kamen nochmal ca. 200g Nudeln mit Pesto und Tomaten dazu. Garmin prognostiziert etwa 4500kcal für heute, irgendwie müssen die ja rein.

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