Zu viel Ruhe
7:45 Uhr aufstehen war angesagt. Ich hatte den Großteil für meine Tour heute gestern schon vorbereitet. Also hieß es frühstücken, abwaschen, bezahlen und Abfahrt. Es war deutlich kälter als gestern früh. Zum zweiten Mal in diesem Urlaub steuerte ich den Bahnhof in Landeck an. Diesmal brachte ich Dési zum Zug. Das heißt ab jetzt bin ich wieder auf mich allein gestellt. Schade. Ein bisschen viel Ruhe für meinen Geschmack.

11 Anstiege?!
Schönerweise kann man am Bahnhof auch kostenlos parken, also startete ich von dort aus auch Richtung Kaunertaler Gletscher. 10:30 Uhr gings los. Garmin sagte mir 11 Anstiege. Was ist denn jetzt los. Nur vier davon waren wirkliche Anstiege, der Rest irgendwelche Hügel. Ich hatte ihm eigentlich abgewöhnt mir kleine Anstiege anzuzeigen.

Ich folgte zuerst dem Inn Radweg. Wieder sehr gut geführt und (fast) alles geteert. Natürlich zwischendurch wieder random 500m Schotter. Why? Aber da musste meine meine Aussage „keine Rennradausfahrt ohne Schotter“ wohl mal wieder ihren Wahrheitsgehalt beweisen.


Die Anstiege waren diesmal sehr angenehm. Es gab immer nur kurze Rampen, dann ging es human oder sogar mal nahezu flach weiter. Nach den ersten beiden 450hm Anstiegen kam ich am Gepatsch Stausee an. Die Route folgte eigentlich der Fahrstraße, allerdings schien es so, als ob die Westseite auch geteert ist. Abenteuerlustig wie ich bin, habe ich das natürlich ausprobiert. Mit Erfolg. Komplett geteert, kaum eine Menschenseele. Wunderschön.


Stufe 3 & 4 von 6
Ab dem Seeende ging es in den letzten Anstieg mit knapp 1000hm. Bald war auch die Baumgrenze erreicht. Laut den Schildern der Kehren war ich in Stufe 3 von 6: „Subalpine Stufe“. Alles klar.


Ab 2100m wurde aus Subalpin dann Alpine Stufe, die geht bis 2800m. Also werde ich nie erfahren, wie es weiter geht und wie die Stufe 5 und 6 heißen.

Egal. Die Aussicht war super. Eine tolle Straße, die sich durchs Hochgebirge, sorry, die Alpine Stufe, schlängelt. Auch der Verkehr hielt sich in Grenzen.



Oben angekommen gabs eher ne Enttäuschung. Der Gletscher ist schon fast kein Gletscher mehr und man sieht ihn eh vor lauter Skiliften nicht mehr.

Ich genoss mein viertes Gel auf der Schaukel des Kinderspielplatzes. Warum sind denn da keine Bänke? Was machen die Eltern, wenn Kinder spielen? Komisch.


In der Sonne und ohne Wind war es echt warm. Somit war ich nahezu trocken, als ich den Runterweg antrat. Trotzdem habe ich mir mal die Regenjacke als Windschutz angezogen.



Das Ende vom Urlaub?
Ok, die Überschrift ist Clickbait, aber kurzzeitig habe ich die Möglichkeit tatsächlich kommen sehen. Während der Abfahrt ist mir eine Biene in den Helm geflogen und hat mich im Kopf gestochen. Der letzte Bienenstich ist ewig her. Ich erinnerte mich nur noch als Kind, als ich auf eine Biene getreten bin und mein Fuß so dick war, dass ich vom Arzt Krücken bekommen habe. Allerdings habe ich als Kind auch auf Bremsenstiche und manch andere Insekten mit starker Schwellung reagiert. Das ist jetzt deutlich normaler. Wenigstens einen Vorteil hat das Älterwerden.
Nach etwa 10 Min. war dann auch der Schmerz am Kopf weitgehend weg, mir ging es noch gut, nix drückte, kein Schwindel oder Kopfschmerz. Da war ich beruhigt. Als ich am Auto ankam, hatte ich schon fast vergessen, dass ich gestochen wurde. Auch jetzt am Abend ist es nur eine kleine Beule.
Nächster Campingplatz

Schon am Vormittag schrieb ich den nächsten Campingplatz an, ob sie noch einen Platz für mich haben. Nach etwas umständlichen hin und her e-mailen bekam ich eine Buchungsbestätigung. Ich durfte mir einen Platz aussuchen und konnte dann sogar noch die Abendsonne genießen, bevor ich in die Luxusduschen gegangen bin.

Gebucht habe ich jetzt für zwei Nächte, aber es werden wahrscheinlich drei werden. Am Mittwoch bis Samstag geht’s dann nochmal in die Schweiz.
Nach offiziell vier Portionen Reis habe ich mich an den Blog und Social Media gesetzt. Die Tour für Morgen ist schon geplant und soll auch einen meiner „Pflichtpunkte“ eines Alpentrips erfüllen.

