Laaanger Anstieg

Ein letztes Mal, Garmin, dann gibts Recovery, versprochen 😉

Nach etwas frieren ging es um 9:30 Uhr dick eingepackt los. Die Sonne kam zwar schon raus, aber es geht erstmal knapp 400hm bergab. Brr.

Sieht warm aus, ist es aber nicht ;D

Am tiefsten Punkt in der Sonne habe ich erstmal alle warmen Klamotten ausgezogen. Eigentlich hatte ich gestern gesagt, dass ich heute ohne Trailrunning-Weste fahre, aber aufgrund der Kälte heute morgen doch wieder gekniffen. Da fehlt mir noch die Erfahrung bei kaltem Wetter mit dem Rennrad.

Start trotzdem direkt in Tunneln. So viele Tunnel wie ich heute durchfahren habe, habe ich glaube im gesamten Urlaub nicht durchfahren.

Livia hatte mich gestern schon vorgewarnt, dass der Anstieg zum Sustenpass sich von der Ostseite zieht und sie hatte Recht. Es geht sehr lange einfach nur bergauf, ohne Kehren oder anderes was von der Steigung wirklich ablenkt oder wo man einen Fortschritt sieht. Gestartet auf etwa 930m ging es also ohne viele Kehren hinauf auf die Passhöhe auf 2224m.

eher langweilig…
es wird höher
rechts sieht man, wo ich hoch gekommen bin

Dort oben traf ich auch die beiden Radler, die ich gestern schon am Gotthard getroffen hatte. Sie waren gerade abfahrbereit, aber sie haben noch ein Bild von mir gemacht. Die beiden kommen aus Bonn und wollen unten eine Pause machen, bevor sie den Grimselpass in Angriff nehmen, das heißt, dass wir uns wahrscheinlich nicht wiedersehen werden, weil ich durchfahren möchte.

Sustenpass ☑️
Schön hier oben

Anstieg der zweite

Bergabfahren macht gar nicht soo viel Spaß. Das ist die ersten ca. 600hm ganz cool. Dann ist die Kälte irgendwann durchgezogen und der Wind und das damit verbundene kräftige Halten des Lenkers macht das ganze nur noch anstrengend.

Die Landschaft entschädigt die Nackenschmerzen
irgendwo da hinten komme ich gerade her

Es ging runter bis auf 646m, also Kemptener Höhe ;D Dort zog ich meine Jacke und lange Handschuhe wieder aus und machte mich bereit für den zweiten Anstieg, fast auf Stelvio-Niveau: 25km und 1500hm. Also nicht besonders steil, aber lang.

am Tiefsten Punkt war Halli-Galli
Rein da.

Jetzt war ich voll im Flow. Eigentlich hatte ich schon gedacht, dass ich mal eine Pause machen wollte und mein Gel im Stehen verdrücken würde, aber nein, ich zog durch und fuhr in einem Tritt die volle Strecke durch. Nice, einfach mal 2:07Std. bergauf durchgetreten.

der Räterichsbodensee – einer der beiden Stauseen am Grimselpass
Blick runter zum Räterichsbodensee
und der Grimselsee

Oben natürlich wieder echt frisch und unheimlich viele Leute. Aber auch schön hier. Also wieder die Jacke drüber, lange Handschuhe an und rein in die kurze Abfahrt (400hm).

Grimselpass ☑️ – leider niemand da zum Foto machen
Der Totesee ganz oben auf Passhöhe

Die letzten Höhenmeter im Urlaub ☹

Die letzten 10,6km, 665hm von Gletsch den Furkapass hoch. Hat den Vorteil, dass ich die Passhöhe heute auch mal ohne Wolke sehe.

Wenn man vor der Abfahrt schon den nächsten Anstieg sieht ;D

Auf dem Hochweg gabs eine kurze Pause an einer Wasserstelle, denn ich hatte nicht mehr viel und war durstig.

kurzer Trink-Auffüllstopp
so sieht das oben also ohne Wolke aus 😀
Furkapass bei schönem Wetter ☑️

Oben angekommen kam mit mir die Ente an. Einer der anderen Radfahrer meinte, dass der Citroen 2CV das Bergklassifizierungsfahrzeug der Tour de France ist. Braucht die Ente den 1. Gang, dann ist es Bergkategorie 1, den 2. Gang, Kategorie 2, usw. So ganz kann ich das nicht glauben, weil das demnach nur um Steigung ginge und die Länge des Anstiegs keine Rolle spielt… Aber ungegoogelt klingt es cool.

Etwas googlen später, sagt mir, dass das ein verbreiteter Mythos ist, der wohl nicht wahr ist. Die Bergkategorien der TdF gab es schon vor der Ente. Heute werden die Kategorien nach Faktoren wie Länge, Steigung und Position im Rennen festgelegt.

Gab natürlich auch einige Fotos mit der Ente 😀

Jetzt hieß es nur noch bergab bis zum Auto. Da hatte ich den Gegenwind nicht auf dem Zettel. Denn die letzten 7km geht’s recht flach, leicht bergab und dort volle Kanne Gegenwind. 220W und im Worst-Case gerade mal 20km/h. Mit der Leistung bin ich im Flachen ohne Wind über 30km/h schnell. Die Schweiz will mich nicht gehen lassen.

Nach den 123km und 3573hm war ich aber auch kaputt.

Abreise

Ich hatte gestern gefragt und 10 CHF extra gezahlt um auf dem Campingplatz noch bis abends stehen bleiben zu dürfen. Dafür darf ich auch die Dusche noch nutzen. Das habe ich getan und bin um 18:20Uhr losgefahren. Die normale Route geht wieder über den Oberalppass zurück. Nachdem ich dem Bus nicht direkt kalt in die Last werfen wollte, dachte ich, dass ich vorher mal 5min im Tal hin und zurück fahre. Nach ca. 2km ein kurzer Ruckler und das:

so war das nicht geplant

Déjà vu. Nach dem Ruckler fuhr er aber normal weiter, nur die Zündspulen-Lampe blinkte. Ich hielt bei nächster Möglichkeit kurz an. Motor aus, Motor an. Lampe weg. Ich fuhr das Tal zurück. Lampe blieb aus, Auto fährt normal. Ich erinnerte mich, dass es auch eine Möglichkeit ist Richtung Norden, statt nach Osten, heimzufahren. Kurz geguckt. 3 Minuten und 25km länger, aber viel Autobahn. Na dann nehm ich diesen Weg und erspare dem Auto den Oberalppass.

irgendwo auf der Heimfahrt…

In Dornbirn noch für günstige 2,22€/Liter Diesel getankt. Uff. Nachdem ich noch nichts gegessen hatte, hab ich kurz mal nach einem Too Good Too Go geguckt. Bei der Tankstelle in Herzmanns gibt’s im Abholzeitraum 22:30 bis 23:30 Uhr was zum Abholen. Voraussichtliche Ankunftszeit 22:34 Uhr. Perfekt, also gibt’s Tankstellen-Bistro-Futter, die Menge ist immer mehr als genug, da esse ich morgen noch von.

einen schönen Sonnenuntergang hatte ich auch noch

Um 23 Uhr war ich daheim. In meinen gut 3,5 Std. Fahrt hatte ich genug Zeit mir Gedanken zu machen, woher der Fehler zu Beginn der Fahrt kam: Ich vermute schuldig ist die Standheizung. Die bedient sich auch aus dem Dieseltank und damit ist irgendwo Luft in die Kraftstoffleitung zum Motor gekommen. Die Luftblase war dann nach wenigen Kilometern am Motor und er hatte einen kurzen Zündaussetzer. Diese Theorie hat jedenfalls mein Gewissen beruhigt.

Morgen geht noch das Drama mit meinem Auto weiter… ich bin gespannt, aber das gibt’s im nächsten Blogeintrag 🙂

 

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.