Ruhiger Sonntag und Tagesplanung

Nachdem unsere Garmin uns maximale Erholung nahegelegt hat, war der Start in den Sonntag deutlich später und entspannter. Gegen 8 Uhr sind wir aufgestanden, haben das Auto von seinem notdürftigen Nachtquartier wieder auf den Campingplatz gefahren und erst mal gefrühstückt – quasi Lieferservice. Da wir am Vortag tausende Kalorien verbrannt (bei Nico über 7000kcal) haben und bislang – selbst bei besten Bemühungen nicht ansatzweise die Chance hatten, die wieder reinzufuttern, gabs nach dem Müsli sogar noch Nachtisch in Form von Datteln und Riesen.

Immerhin auf 69% wurde die Body Battery in der Nacht geladen

Die Nacht war sehr mild und das Sonntagswetter ein Traum: Frühstück in der Sonne. Die Frage war: wie wollen wir unseren Sonntag gestalten?

Btw: Der heutige Beitrag stammt von Sabrina. Ich weiß nicht ganz, wie ich zu dieser Ehre komme, vielleicht möchte Nico seine Skills weitergeben (man könnte meinen, er sei Lehrer), oder er ist im Blog-schreibe-Verzug und braucht Support… wie auch immer, ich hoffe, es springt zumindest was für mich raus, z.B. Katjes für die nächste Ausfahrt 😉

Trainingsbereitschaft bei 39% „Low“ – „High recovery needs“

Natürlich werden wir die Garmin-Empfehlung nicht strikt befolgen. Als ob man sich mehrere Tage erholen würde…. Zumindest gestalten wir die Erholung nach unseren Wünschen, wir wissen ja, was uns guttut. Nico hatte schon vor einigen Tagen Wandermöglichkeiten im Vinschgau rausgesucht. Geplant war eigentlich ein Bike & Hike von Prad aus. Ein Stück das Vinschgau aufwärts und dann hoch in den Ort Matsch, was ca. 17 km und etwas über 700 hm wären. Da mein Knie von der Triple-Stelvio-Aktion aber spürbar belastet war, wollten wir nichts riskieren und haben uns für die reine Hike-Variante entschieden.

Start in Matsch

So sind wir am späten Vormittag mit dem Auto nach Matsch gefahren und konnten unser Auto sehr komfortabel im Ortskern kostenlos abstellen.

sogar mit Ausblick

Matsch ist ein sehr idyllisches Bergdorf: sehr enge Gassen, alte charmante Häuser und rundum beeindruckende Landschaft. Auf dem Weg hätten wir eigentlich gerne noch einen Bäcker-Stopp gemacht, aber sonntags haben alle geschlossen, zumindest in der Umgebung von Prad. Na, dann werden uns wohl ein Apfel und Gummibärchen bei der Tour genügen müssen.

Wir hatten beide unsere Trail- bzw. Laufweste dabei, gefüllt mit Wasser, Proviant und Pulli, Nico auch seine Trailstöcke.

Endlich kann ich (Nico) wieder in den Bergen unterwegs sein. Das Knie funktioniert 🙂

Der erste Wegweiser war direkt im Ort: Die Spitzige Lun sollte unser erstes Ziel sein, dann das Hochjoch und über das Niederjoch auf weitgehend gleichem Weg zurück zum Auto.

Hoch durch den Wald

Die Beschilderung der Wanderwege hat zwar nicht ganz zu unseren Infos gepasst, aber wir entschieden uns den Wegweisern zu vertrauen, weil sie noch sehr neu aussahen. Auf dem ersten Abschnitt haben wir direkt viel Höhe gewonnen. Es ging recht steil nach oben über sehr schöne, zum Teil schmale Wege, erst durch den Wald, dann über Almwiesen, vorbei an der ein oder anderen Kuhherde.

wir kommen der Baumgrenze näher
hier war der Weg gut erkennbar – wir wussten nicht, was noch für eine Schnitzeljagd auf uns zu kommt

Was uns total positiv überrascht hat: Auf ganz weiten Teilen (vor allem in der zweiten Hälfte) unserer gesamten Tour war kein eindeutiger Weg zu sehen, also kein plattgetretener Schotterweg oder ähnliches. Meist ging es schlicht über die Almwiese. Der Weg war ausgezeichnet durch rot-weiß markierte, aufgestellte Steine. In der Regel gut erkennbar, manchmal aber ein wenig wie eine Schnitzeljagd: Man sieht eine Markierung, läuft hin und scannt von dort aus die Umgebung nach der nächsten ab.

Ein gutes Bild vom Runterweg: Wo ist der Weg?

Auf die Zeitangaben an den Wegweisern war überhaupt kein Verlass, mal 2:20, dann 4 Std, dann einige Zeit später immer noch 4 Std. Aber wir hatten ja keinen Stress, schließlich befinden wir uns mitten in einer Erholungsmaßnahme. Nach dem ersten eher steilen Stück kamen wir unterhalb des Niederjochs raus und sind direkt quer rüber zur Spitzigen Lun.

Blick Richtung Osten nach Prad
die Bank links war um 360° drehbar, richtig cool 😀

Tolle Aussicht ins Vinschgau, auf den Ortler und auch auf die andere Seite runter zu den Seen und über das gesamte Bergpanorama. Oben war eine große Wiese, wo einige einheimische Familien mit ihren Kids picknicken waren. Für uns gabs zumindest ein paar Gummibärchen.

Spitzige Lun
Blick zum Reschensee

Weg zum zweiten Gipfel

Wir sind direkt weiter zu unserem zweiten Gipfel: dem Hochjoch. Hier haben wir uns eine ausführliche Pause gegönnt. Nicht weil wir es gebraucht hätten, sondern weil es hier einfach schön war.

Traumhafte Wege
ab und zu doch noch ein Zaun
Blick zurück Richtung Spitzige Lun (rechts)

Sehr ruhig und eine unbeschreibliche Aussicht auf ganz viele Berge rundherum. PeakFinder wurde natürlich zum Einsatz gebracht und so hat Nico sogar seinen Berg entdeckt, den er auf seiner Wunschliste für die nächsten Tage stehen hat: den hohen Riffler. Aus der Ferne sieht er schon mal vielversprechend aus.

Hochjoch

Rückweg mit Extra-Schleife

Für den Rückweg wollten wir eigentlich den gleichen wie den Hinweg gehen, jedoch über das Niederjoch. Auf der Karte und auch den Wegweisern haben wir aber gesehen, dass man auch eine andere Schleife zurück ins Tal nach Matsch nehmen kann, dafür haben wir uns dann spontan entschieden. Es ging noch weiter Richtung Osten. Hier war nun gar nichts mehr los, es war fast schon einsam. Nur wir, hohe beeindruckende Berge um uns rum und die alpine Landschaft, von der man sich eh nie satt sehen kann.

Kühe…
…Pferde und Schafe waren unsere Begleiter

Der Loop war deutlich weiter als zuerst gedacht, aber wirklich schön. Es war zwischenzeitlich schon eine Challenge, den richtigen Weg zu finden, weil die Markierungen mehrmals nicht mit unserer Komoot-Route übereingestimmt haben, vermutlich weil die Wegführung inzwischen geändert wurde. Aber es ging ohnehin wortwörtlich querfeldein und solange die grobe Richtung stimmt, ist alles gut. Außer Kühe, Schafe und Pferde herrscht hier oben der absolute Friede. Ich bin mir sicher, Garmin ist zufrieden mit dieser Erholungsrunde.

Ausklingen lassen

Um 17:30 Uhr waren wir wieder zurück am Auto und sind zurück zum Campingplatz gefahren, sogar ohne Navi, sind hier ja fast schon Locals. Da wir unsere Recovery auch wirklich ernst nehmen, gabs zum eingeplanten Abendessen á la Uncle Ben‘s zusätzlich noch Nudeln als 2. Gang und ein Dessertbuffet aka noch mehr Gummibärchen und Riesen.

Klassische Campingküche ;D

Für mich geht’s morgen leider wieder zurück, es war mir eine große Freude und ein Fest! Aber Nico ist ja noch eine Weile in den Alpen unterwegs, daher wechsle ich wieder die Seiten und joine als Leserin für den restlichen Alpentrip.

Der nächste Blog kommt morgen, Dienstag 01.09 um 18Uhr. Er ist schon in der Pipeline 😉

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