Sonne?!

Kaum zu glauben, aber als ich aufgestanden bin, gab es trotz vieler Wolken doch tatsächlich flecken mit blauem Himmel. Etwa 9:30Uhr begann ich für die Tour zu packen und da kam tatsächlich die Sonne raus. Richtung Furkapass, mein erstes Ziel, ist zwar noch eine Wolke, aber es wird.

die Pfütze im Sattel ist eher semi motivierend

Laut Wetterbericht soll es auf Passhöhe etwa 4°C haben, dazu noch Wolken… Ich nehm lieber zu viel mit. Mit dem Gedanken ohne Trailrunningweste fahren zu können, habe ich mich schon verabschiedet.

 

So richtig Sonne?

Ich hatte fast die gesamte Auffahrt auf den Furkapass Sonne. Da war das Langlaufunterhemd grenzwertig warm, aber öfter kam noch Wind und damit war es schlagartig kalt. Der Pulli und die Jacke waren natürlich schon lange ausgezogen.

Erster Stop. Auch wenn Goldfinger weit außerhalb meiner Generation ist^^
da hinten gehts hin
oh oh, die Wolke ist immernoch da

Ich genoss die gut 900hm Anstieg. Leider ging es ganz oben doch in eine Wolke. Inkl. Wind war es also genau auf Passhöhe, wo mindestens ein kurzer Fotostopp sein muss, am kältesten.

Jop. Die Wolke bleibt.

Kurz die zwei Motorradfahrer abgewartet, die mit Stativ und Riesenaufwand ein Foto von sich, Motorrad und dem Passhöhe Schild gemacht haben. Während ich die Szene so beobachtete fragte mich schon ein französischer Radfahrer, ob er ein Foto von mir machen solle. Perfekt. Also haben wir gegenseitig Fotos gemacht und er hat sich dann noch von dem spanischen Motorradfahrer irgendwas zeigen lassen. International Business hier.

Gipfelfoto oder so 😉

Warum sind diese Passhotels eigentlich alle geschlossen? Von dem Furka-Hotel, was von Bildern ganz bekannt ist, war ich dann auch enttäuscht. Sieht total unspektakulär aus. Egal, alles andere drumrum ist wunderschön.

ein paar Meter unterhalb Passhöhe dann ein herrlicher Blick
das kurvige Ding da hinten, der Grimselpass, gehört zum morgigen Plan
Sah auf Insta immer cooler aus
und viel zu viele Menschen

Tschuu tschuu

In Gletsch stand gerade die Dampflok und der Gegenzug am Bahnhof. Das wäre schon auch mal was die Furkabahn mal zu fahren. Ich glaube ich muss mal einen Zug-Urlaub in der Schweiz machen. Hier gibt’s so viele schöne Bahnstrecken.

Idyllisch
Zug Suchbild 😀

Im Tal angekommen war mir laaangsam wieder warm. Wirklich flach wird es aber heute nicht, denn es waren nur 3km bis zum nächsten Anstieg auf den Nufenenpass. Zum Beginn des Anstiegs hielt ich an und zog meine Regenjacke und die langen Handschuhe aus. Während ich da so stand, zogen zwei Dudes, die ich auch schon am Furkapass gesehen hatte und ein Frau vorbei.

auf in den Nufenenpass

Bergfreundschaften

An sie bin ich dann ganz langsam herangefahren, als sie selbst eine kurze Pause gemacht hat, war ich dran. Ich hatte noch überlegt auch kurz anzuhalten und mir mein langes Unterhemd und die lange Hose auszuziehen, aber genau dort war es doch wieder windig und so viel zu warm war mir doch nicht.

Sehr gute Entscheidung, denn so waren wir jetzt gleichauf und begannen uns zu unterhalten. Für die restlichen 600hm. Sie ist heute Vormittag mit dem Zug ins Tal angereist, radelt jetzt über den Nufenenpass und fährt morgen gemeinsam mit einer Freundin den Gotthardpass. Sie hätte auch bis Airolo mit dem Zug fahren können, aber wer macht das schon, wenn man das Treffen mit einer Freundin auch mit einem Radtrip verbinden kann? ;D Sympathisch 😀

wieder traumhafte Ausblicke

Oben trafen wir auf die beiden Dudes. Als wir gerade Fotos an der Passhöhe machten, frage einer der beiden, ob er ein Bild von uns beiden machen soll. Und so gibt es jetzt ein Bild von mir und Livia. Hier trennten sich jetzt auch unsere Wege wieder, denn sie kehrte noch ein und ich rollte bergab, schließlich habe ich noch knapp 1000hm vor mir.

Passhöhe Nufenenpass
oben auch ein kleiner See
Betonstraße

Ruckelige Abfahrt und Anstieg

Die Abfahrt nach Airolo ist Großteils nicht geteert, sondern es sind Betonplatten. Also ständig leichte Schläge auf den Lenker. Da macht schnell fahren nicht so Spaß. Naja, für meine schnellsten 5 Meilen (9:31Min, 50,7km/h im Schnitt) hat es gereicht. In Airolo habe ich dann aber wirklich mein langes Unterhemd und lange Hose ausgezogen und gleich noch einen Brunnen aufgesucht, um meine Flaschen wieder aufzufüllen.

den Pulli und die Weste hätte ich mir sparen können

Jetzt ging es rein in den Gotthardpass, genauer die Tremola, die alte Kopfsteinpflasterstraße. Die wird hier schönerweise parallel zur neuen Straße immernoch gepflegt und ist auch für den Verkehr geöffnet. Aber es fahren nur ein paar Motorradfahrer (die gemütlichen, die nicht nerven) und wenige Autofahrer (auch die gemütlichen, die nicht nerven).

Tremola

Ich schraubte mich hoch, mittlerweile nahm der Wind kräftig zu. Teils so, dass es mich fast vom Rad geblasen hätte. Dazu noch Schatten und schon war es recht frisch so in kurzen Klamotten.

Einfach schön

Oben traf ich auf zwei weitere Rennradler. Sie sind heute exakt dieselbe Strecke gefahren und – Überraschung – haben morgen dieselbe Tour wie ich geplant. Bestimmt sehen wir uns wieder.

da fahren die beiden vor mir
Passhöhe Gotthardpass

Das erste Stück bin ich auch über die alte Tremola abgefahren, allerdings ist Kopfsteinpflaster bergab echt nicht so toll. Ab ca. 40km/h wird es ruhiger, aber total wellig bleibt es trotzdem, was alles über 40km/h auch nicht angenehm macht. Dann auf die normale Straße und erstmal im Kuhstau gestanden. Das kenne ich ja zu gut aus dem Allgäu.

Als ich nach den gut 100km und 3100hm wieder am Campingplatz ankam, war dort Sonne. Und keine Wolke. Plötzlich sah ich auch mal die Berge um mich herum. Eigentlich echt schön 😀

Plötzlich viel schöner hier 😉

Als ich da so am Bus gelehnt stand und die Wärme genoss, kam Nachbarin (aus Berlin) mit einem Stuhl an, damit ich nicht stehen muss. Super lieb von ihr, aber ich stand mit Absicht. Nach 6 Std. auf dem Rad tun ein paar Minuten stehen auch gut – zudem hätte ich auch einen Stuhl dabei.

ich wollte doch nur die Sonne genießen ;D

Abendessen

Nach der warmen Dusche suchte ich mir ein Restaurant aus. Heute ist der letzte Abend im Urlaub, da geh ich nochmal Essen, auch wenns teuer wird. So wie Mama und Gerd in ihrem Urlaub auch schöne Apotheken aufsuchen, habe ich das mal gleichgetan. Nur nicht zum Fotos machen, sondern Kalorientanken.

Di Alt Apothek in Andermatt

Nach zwei Vorspeisen, einer Hauptspeise war ich satt und mein Konto 90€ ärmer. Man bin ich froh in dieser privilegierten Position zu sein, einen Job zu haben, wo ich mir das einfach leisten kann.

Vorspeise 1: Camembert | Vorspeise 2: Erbsensuppe | Hauptgericht: Quiche (Lauch, Apfel, Kartoffel, Bergkäse) mit Salat

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