Das mit dem 5:30Uhr aufstehen hat geklappt. Mit 6:15Uhr los nicht ganz, wir waren erst 6:30Uhr unterwegs. Die 15 Min. die evtl. den Verlauf des Abends grundlegend geändert hätten. Aber bleiben wir erstmal bei 6:30Uhr.

die ToDo-Liste des Tages

Anstieg 1 von Prad: 25km, 1850hm

Letztes Jahr bin ich von Glurns aus gestartet und hatte noch ein paar Kilometer im Flachen, dieses Jahr ging es von Prad direkt rein in den Berg. Auf dem Parkplatz vor dem Campingplatz war schon großer Trubel. Ganz viele Autos mit Radträgern.

Letztes Jahr waren es, aufgrund des Wetters, nur 6772 Teilnehmende am Radtag. 2024 waren es 14455. Bei dem Topwetter dieses Jahr ist also ein großer Andrang zu erwarten.

Straße noch leicht feucht vom Regen in der Nacht

Wir waren bei der ersten Auffahrt auch alles andere als allein. Entweder sind das alles so Verrückte wie wir, die mindestens zweimal hochfahren, oder die wollen einfach eine kalte Abfahrt haben.

Ab etwa 8 Uhr kam auch Sonne ins Tal und es wurde wärmer. Gestartet bin ich mit Unterhemd, Trikot und Regenjacke. Dann konnte ich erstmal die Regenjacke loswerden. Irgendwann später auch das Unterhemd. Gefroren habe ich vorher auch nicht, aber ich war schon auch dankbar, dass etwa 10km/h die Höchstgeschwindigkeit war 😉

Sonne 🌞
die bekannten Kehren in Sicht

Die Passhöhe war leider gerade so in der Wolke. Somit ist unser erstes Stelvio-Summit-Foto, nach etwa 3 Stunden Anstieg, ein Bild vor weißer Wolkenwand:

knapp unter der Wolke..
…und oben dann in der Wolke

Es folgte die Abfahrt nach Bormio. Von dort aus ging auch ein Laufwettkampf / Spendenlauf „Stelvio for Life“ hoch. Daher waren zusätzlich zu den tausenden Radlern auch noch Leute zu Fuß unterwegs.

der letzte Kilometer des Laufs war mit Fahnen begleitet

Jetzt, um ca. 10:30Uhr, war natürlich auch Rush-Hour des Bikedays und wir konnten nur langsam mit ca. max. 30km/h runterfahren. Schade, aber es war auch kalt und wäre bei höheren Geschwindigkeiten noch kälter geworden.

ganz viele kleine Radfahrerameisen ;D
Genau dieses Bild habe ich letztes Jahr mit dem MTB und dem Bus auch gemacht – könnt ihr im Blog nachgucken 😉

Sabrina sind die Füße halb eingefroren, bei mir ging es eigentlich, nur die Finger waren ein bisschen kalt. In Bormio ging es durch die schönen italienischen Gassen zum Supermarkt, dort kaufte ich irgendwelchen süßen Gebäckkram, Bananen, Twix-Kekse und eine große Flasche Eistee. Hauptsache Zucker ;D

Bormio – typisch Italien

Anstieg 2 von Bormio: 22km, 1570hm

Das war der tiefste Zwischenpunkt der Tour. Ab hier also wieder nur noch bergauf. Die Strecke kannten wir jetzt ja… haha… Also wieder einen ruhigen Tritt finden und es ging langsam aber stetig bergauf. Nach ca. einer Stunde eine kurze Aussicht und Gelpause, aber gleich wieder weiter.

die Schilder des Laufs haben motiviert
hier gibts auch mehrere Tunnel
davor auch eine Gelpause
nicht mehr weit…

Nach 2:40Std. erreichten wir zum zweiten Mal die Passhöhe. Dieses Mal war die Hölle los. Ein Durchkommen nur mit schieben in Schlangenlinien. Oben das obligatorische Bild gemacht, wieder die Regen-/Windjacke angezogen und schon ging es wieder runter. Diesmal nach Santa Maria über den Umbrailpass in die Schweiz.

Passhöhe die zweite ☑️
und wieder eingepackt für die Abfahrt

Dort wieder ein kurzer Stopp beim Bäcker, ein Rosinenbrötchen, ein Croissant und eine Cola später ging es wieder los.

 

Anstieg 3 von Santa Maria: 17km, 1400hm

Kurz vor 16Uhr sind wir gestartet. Ab 16Uhr öffnen die Passstraßen wieder für den motorisierten Verkehr. Um 16:02 Uhr holte uns die Karavane der ersten Motorradfahrer und Autos ein. Wir dachten uns „oh nein, wenn das so weiter geht, werden das ziemlich lästige 1400hm“. Aber es war nur der erste Schwung, dann kam nur alle paar Minuten mal ein Auto. Also halb so wild.

Umbrailpass
Laune immernoch gut 😉

Irgendwann kamen bei Sabrina leichte Knieschmerzen. Oh oh… Ein Verschieben des Sattels etwas nach hinten, hat das Problem aber wohl deutlich besser gemacht. Glück gehabt.

Blick zurück… langsam kommt die goldene Stunde
und von dieser Stelle gibts auch ein Bild vom Bus

Nach 1:53Std waren wir wieder oben. 4885 Höhenmeter sagt der Tacho. So geht das nicht. Also sind wir nochmal ein Stück runter gefahren (zufälligerweise genau soweit, wo oben die alte Passstraße anfängt) und sind nochmal hoch. 4995hm. Naja, nochmal hin und her und dann stand dort auch die 5001hm.

die alte Passstraße ist auch schön
sehr schön sogar – nur leider nur die letzten 100hm
Triple Stelvio – da ist das Ding 😀

Wieder kurz Fotos gemacht, Unterhemd und Jacke an und runter ging es die 25km Abfahrt nach Prad. Im Schatten. War ziemlich frisch, aber wieder aushaltbar. Kein Vergleich zu letztem Jahr.

leider liegt die Abfahrt jetzt im Schatten

Essen?

Geplant war, dass wir etwa 18:30Uhr wieder zurück sind. Naja, es war 19:45Uhr. Also schnell die Räder verräumen und Duschen. Es gibt eine Pizzeria hier in Prad, die bis 22 Uhr offen hat. Um 20:40Uhr waren wir dort. „Wir haben schon seit halb 8 nichts mehr zu Essen, die andere Pizzeria hat auch schon früher geschlossen. Vielleicht habt ihr noch Glück beim Pizza Point, aber da war vorhin wohl auch große Schlange“.

Auf die Menge an hungrigen Radfahrern war Prad wohl nicht vorbereitet. Auf dem Weg zum Pizza Point fanden wir im nächsten Ort noch eine Pizzeria, die auch bis 22Uhr geöffnet hatte. Also dort angerufen, ob wir noch etwas zu Essen bekommen, wenn wir erst 21:15Uhr dort aufschlagen. „Ja klar“. Super! Also direkt zurück zum Campingplatz ge-speedwalked, ins Auto und los gings.

Das Essen war super lecker und tatsächlich saßen da noch mehrere länger als 22 Uhr. Es gab auch überhaupt kein Stress mit bezahlen. So sind wir auch erst um kurz vor halb 11 gegangen.

Gefüllt mit Käse und Spinat

Am Campingplatz standen wir vor einem verschlossenen Tor. Man kann wohl nach 22 Uhr nicht mehr ein- oder ausfahren. Also musste das Auto auf dem Parkplatz draußen schlafen und wir sind mit unseren Zahnputzsachen direkt zum Waschhaus und ins Bett.

Ausgesperrt.

Fazit

Verrückterweise waren meine Beine nicht total am Ende. Selbst beim Bergabfahren haben kurze Sprints nach einer Spitzkehre nicht weh getan. Das ist sicher zwei Faktoren zu verdanken: Sabrina ist eine solide, durchgängige Pace gefahren, vielleicht etwas langsamer als ich alleine gefahren wäre, aber das hat verhindert, dass ich mich bei der zweiten Auffahrt blau gefahren hätte. So hatten wir viel Zeit uns zu unterhalten, gemeinsam zu leiden oder uns auch einfach mal eine Zeit lang anzuschweigen.

Der zweite Faktor war die Verpflegung. Ich habe pro Auffahrt immer zwei Gels gegessen. Zwar sind das immer noch viel zu wenig Kohlenhydrate pro Stunde, aber besser als bei vielen anderen Fahrten, wo ich mich regelmäßig blau fahre, weil ich zu wenig zu mir nehme.  

Hat gefetzt und richtig Laune gemacht. Nächstes Jahr Everesting? 🤔

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