Hinweis: Das ist ein langer Blogeintrag. Ich habe überlegt das OP-Thema in einen extra Blogeintrag zu hängen, aber so finde ich es eine gute Mischung aus Sport und OP.
Lesezeit ca. 6-10Min.
Skitouren
Skitouren… Davon gabs nicht viele. Nachdem der Schnee erst Mangelware war und wenn es dann mal geschneit hat, hat es gleich so viel geschneit, dass sofort Lawinenstufe 4 war… Ich war einfach nicht so motiviert und habe mich mehr auf Langlaufen, bisschen Laufen und Rolle bei schlechtem Wetter konzentriert.
Ein paar schöne Bilder sind trotzdem entstanden:







Laufen
Auch meist nichts besonders. Ein bis zweimal die Woche bin ich etwa 5-10km gelaufen.

Bei Schneemangel im März dann auch mal auf den Aggenstein oder die Reuterwanne.





Beim Laufen zwickt es immer wieder oder es entsteht ein Druckgefühl im Knie danach. Alles nichts, womit man nicht laufen könnte, aber auch nicht normal… Ich beschloss nochmal zum Orthopäden zu gehen. Jetzt trage ich dieses Zwicken schon seit September 2024 mit mir herum. Und Anfang 2025 hat es sich dann zu ner kräftigen Entzündung von der Patellasehne entwickelt. Das brauche ich nicht nochmal.
MRT & Diagnose
Der Orthopäde ordnete ein neues MRT an. Und siehe da, in meinem Knie ist immer noch eine Entzündung. Zwar ist die Patellasehne nicht entzündet, aber der Hoffa-Fettkörper darunter.

Nachdem ich letztes Jahr diese kräftige Entzündung der Sehne hatte, wir auch schon eine PRP Eigenbluttherapie probiert hatten und ich seit 1,5 Jahren speziell Physiotherapie für dieses Problem mache, meinte der Orthopäde, dass nur noch eine Option bleibt: Operieren.
Fuck, eine OP.
Ein sinngemäßes Zitat des Orthopäden: „das ist jetzt eine OP, die ich einem normalen Menschen nie empfehlen würde, da Sie grundsätzlich gesund sind. Wenn Sie aber wirklich wieder Joggen wollen und das Ihr Wunsch ist, dann können wir das operieren. Das ist nichts alltägliches, keine große OP und auch nicht kompliziert, aber natürlich eine OP mit echten Risiken, die eine OP nunmal mit sich bringt.“

Obwohl ich das geahnt hatte, war diese Aussage doch ein ziemlicher Schock für mich. Die Wahl „Laufen an den Nagel hängen“ vs. OP, die „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ eine Besserung bringt. Ich sagte, dass ich ein paar Tage Bedenkzeit brauche. Das war am Freitag den 20. Februar.
Am Wochenende darauf fasste ich den Entschluss für die OP. Ich hatte im Gespräch auch gefragt, ob das Risiko besteht, dass ich danach womöglich auch nicht mehr Fahrradfahren könnte, schließlich geht das aktuell beschwerdefrei. Darauf meinte er ganz klar „Nein, im schlimmsten Fall hat es einfach nichts gebracht.“

OP-Planung und Ablauf
Da auch der beste Orthopäde mal Urlaub hat, habe ich erst am 10. März den OP-Vorbesprechungs-Termin bekommen. Ich fragte, wie dann nach der OP die Genesung abläuft und ob z.B. ein Halbmarathon im Oktober denkbar wäre. Er sagte ganz klar: 6 Wochen nach der OP gar keinen Sport. Ich: „auch kein Radfahren?“ – „auch kein Radfahren. Nichts was das Knie belastet, geben Sie dem Knie Zeit“.
Uff. Bummer. Aber was solls, jetzt das ganze noch bis in den Oktober zu schieben, dafür vielleicht im kommenden Winter nicht richtig langlaufen zu können, nur damit ich jetzt Radrennen fahren kann, ist irgendwie auch keine Option. Also go. OP-Termin 27. April, 7 Wochen später. Das ist eine deutlich längere Zeit, als ich erwartet hätte. Naja, jetzt wird durchgezogen, die Entscheidung steht.
Die Antwort auf die „Halbmarathon im Oktober“-Frage: könnte möglich sein, kommt natürlich ein bisschen drauf an.
Das Beste aus der Zeit machen
Sonthofener Frühlingslauf
„na wenn die OP erst Ende April ist, dann kann ich den Sonthofener Frühlingslauf mit den 10km mitlaufen“. Also war ich noch ein paar Mal auf der Bahn fürs Tempotraining. Mein Ziel für den Lauf war „einfach schneller als vor 2 Jahren“. Damals habe ich 44min für die 10km gebraucht. Also war sub44 das Ziel. Am Ende sind es etwas über 41 Min. geworden. Geil, und das ohne spezielle Laufvorbereitung. Die Grundfitness ist einfach gut da. Ich war happy.

Laiblachlauf
Mitte April, am Tag nach meinem Geburtstag gabs noch den Laiblachlauf… die 11,4km Traillauf-Variante davon gehört zum VBAO-Cup, ein Laufcup aus vier kleinen Läufen im Allgäu, den ich schon 2025 mitlaufen wollte. Naja, nachdem der Cup dieses Jahr eh nichts wird und es auch eine 7km Strecke gibt, beschloss ich die 7km mal mitzufetzen und mir somit einfach das Event mal anzugucken. Am Ende waren es 7,6km in 33:33Min, solide 4:23er Pace bei durchaus hügeliger Strecke. Hat nochmal richtig Spaß gemacht. Auch weil eine Freundin mit dabei war, die einfach zweite Frau, 10Sek nach der ersten, auf der Kurzstrecke geworden ist.


Verrückte Challenge an mich selbst – Bike & Run
Ich habe vor zwei Jahren angefangen mir ein verrücktes Ziel zu setzen: In meinem Wohngebiet sind die Straßen nach Bergen benannt. Ich möchte auf allen Bergen gewesen sein. Im Wohngebiet gibt’s folgende Straßen:
- Aggenstein(Str.)
- Hochvogel(Str.)
- Säuling(weg)
- Grünten(weg)
- Nebelhorn(Str.)
- Höfats(weg)
- Zugspitz(Str.)
- Gaishorn(weg)
- Krottenkopf(Str.)
Das „Berge besteigen“-Ziel habe ich bereits erreicht. Jetzt gibt’s ein neues Ziel: Ich möchte alle Berge von Kempten aus mit eigener Muskelkraft erreicht haben. Also kein Auto oder öffentliche Verkehrsmittel. Für Hochvogel, Aggenstein und Säuling habe ich das schon erledigt. Die anderen fehlen noch.
Nachdem im April auf den höheren Bergen überall noch Schnee liegt, beschloss ich den Grünten in Angriff zu nehmen und startete am 9. April mit dem Rennrad nach Burgberg.


Das war auch das erste Mal mit dem Rennrad, die anderen Berge hatte ich mit dem MTB und Rucksack gemacht. In Anbetracht, dass mir da noch längere Distanzen bevor stehen (*hust* Zugspitze *hust*), beschloss ich, dass ich das auch mal mit Arschrakete am Rennrad testen muss.


Hat wunderbar geklappt.
Am 25. April gleich noch eine Bike & Run Runde auf den Spieser. Somit bin ich dieses Jahr auch schon den Jochpass gefahren.



Somit habe ich die Zeit vor der OP nochmal ordentlich genutzt.
27.04 – der große Tag 🔪
Glücklicherweise war dies die erste OP in meinem Leben. Dementsprechend aufgeregt war ich. Während ich in meinem Klinikbett lag und auf die OP wartete zeigte das EKG kurzzeitig auch mal einen Puls über 100 an. Im Liegen.
Das EKG weckte mich auch wieder, weil es ständig piepte, weil mein Puls nach der OP unter 45 gefallen war. Immer wieder kam jemand, guckte mich an und schaltete den Alarm ab. Kurze Zeit später wieder. Piep piep piep. Irgendwann hat jemand die Alarmschwelle auf 35 runter gestellt.
Insgesamt dauerte die OP 26 Minuten (Schnitt-Naht) und ich war 56 Min im OP. Es wurden zwei größere Schleimhautfalten raus geschnitten und der Hoffa-Fettkörper etwas zurechtgestutzt.

Nachdem das alles gut durchblutetes Gewebe ist, ist mein Knie, Wade und Fuß erstmal kräftig angeschwollen. Nach etwa 5 Tagen und einigen Krückenspaziergängen lies die Schwellung nach. Seit etwa zwei Wochen nach der OP laufe ich wieder ohne Krücken. Zwar kann ich das Bein noch nicht vollständig bewegen, aber es geht aufwärts. Noch 4 Wochen ohne Sport. Also Sport fürs Knie. Ab nächster Woche geht evtl. Doppelstockschieben auf Skirollern. Dann krieg ich die Pumpe mal wieder auf nen Puls über 100.

Nachdem bei der OP doch einiges weggeschnitten wurde, sind die Aussichten gut, dass es wirklich was gebracht hat. Ich hoffe das Beste und bin aktuell einfach nur dankbar, dass ich / wir hier in Deutschland in dieser unglaublich luxuriösen Situation sind, dass ich solch eine first-world-problem Operation machen lassen konnte, die Kapazitäten dafür da sind und ich dafür auch noch nichts bezahlen muss. Wer sich beschwert, dass es uns schlecht geht, jammert auf ganz schön hohem Niveau.
In dem Sinne: Come back stronger. Ich komme wieder (wenn auch anfangs nicht stronger) 😎
Und natürlich habe ich jetzt wieder Zeit zum Basteln… der nächste Blogeintrag geht um ein lange angedachtes, nie zu Ende gebrachtes Bastelprojekt.
