Heute standen nur Highland Games auf dem Programm. Das ist ja auch so ein Pflichttermin, wenn man im Juli/August in Schottland ist und wir haben uns sehr drauf gefreut. Gar nicht so einfach war es die passenden Highland Games zu finden, die auch irgendwie zum richtigen Zeitpunkt auf unserer Route liegen. Jetzt sind es sogar die Highland Games in Dunoon (heißen Cowal Highland Gathering) geworden, welche wohl mit zu den größten in Schottland gehören. Das Ganze hat drei Tage lang Programm, wobei heute der „Haupttag“ war. Jedes Jahr kommen wohl 15.000 bis 20.000 Leute aus aller Welt zu Besuch nach Dunoon. Wir sind hatten dorthin ca. 30 Minuten mit dem Auto. Und im Ort, nur 5 Fußminuten hat man trotz dieser hohen Gästezahl noch einen Parkplatz bekommen! Zuerst stand ich zwar im Parkverbot, aber dann bin ich doch noch drauf gekommen, dass zwei gelbe Linien am Straßenrand „Parkverbot“ bedeuten und bin halt 50m weiter gefahren 😉

 

Auf dem Gelände ist dann so einiges geboten. Der Großteil findet auf einem Fußballfeld statt, was in mehrere Arenen unterteilt ist. In zweien davon marschieren hintereinander ein Haufen Pipe Bands (also Dudelsackbands) auf und spielen ein Lied und werden dabei von der Jury ganz genau unter die Lupe genommen.

Zwei weitere Arenen sind richtige Zelte in denen eine große Tanzfläche aufgebaut ist. Hinten auf der Tanzfläche steht ein einzelner Dudelsackspieler und dudelt vor sich hin, während vorne mehrere Tänzer ihr bestes geben. Auf der einen Bühne waren das Kinder (so bis 12 Jahre würde ich schätzen) und auf der anderen, vor der Haupttribüne des Fußballplatzes, tanzten die älteren.

Das waren vier der fünf Arenen auf dem Fußballplatz. Zur fünften, dem Highlight, komme ich später. Rund um die Fußballarena war auf den angrenzenden Feldern noch viel mehr geboten. Die Armee hatte einen Paintballstand für Kinder, es gab eine weitere Arena bei der unterschiedliche Künstler aufgetreten sind (u.a. eine Falkenshow), mehrere kleine Zelte mit Musik, „Bierzelt“, Komikershow, Freizeitangebote der Umgebung und und und…

Matsch war auch geboten
und wrestling

Jetzt aber zu den eigentlichen Highland Games, wie man sie sich vorstellt: Als wir ankamen, haben wir uns erstmal auf die „Gegentribüne“ gesetzt. In der fünften Arena des Fußballplatzes haben die Highländer gerade mit Steinen weitgeworfen, erst die Frauen, dann die Männer mit einem schwereren Stein. Auf den Stein folgte irgendwann eine Kugel, dann sah es so aus wie Hammerwerfen, dann ein Stock mit einem Gewicht am Ende. Alles Mögliche wurde über den Platz geworden. Naja über den Platz ist übertrieben… Meistens waren es so 10-15m.

Steinwerfen

Nach unserer Essenspause und Verdauungsspaziergang über das Gelände sind wir wieder auf die Gegentribüne. Diesmal haben sie eine Gewicht über eine Stange in ca. 4-5m Höhe geworfen. Das Gewicht bei Frauen war 15kg, bei den Männern das Doppelte. Dementsprechend sahen die meisten Athleten auch aus, eigentlich alle außer „Elly“, ein 18-jähriges Mädchen.

vorne ist Elly, rechts hinten zwei der anderen Frauen 😉
Elly schleudert das Gewicht
Der Isländer, das Tier 😀

Jetzt war es schon 16Uhr und da Google sagte, dass wir ca. 1:30Std zum nächsten Campingplatz fahren wollten wir jetzt eigentlich gehen, aber dann wurde im Hintergrund schon ein Baumstamm auf den Platz getragen. Es gab es also doch, das Baumstammwerfen 😀 Wir mussten also bleiben. Bei den Frauen schaffte es nur die deutsche Teilnehmerin zweimal den Baumstamm so zu werfen, dass er einmal überkippte und das ganze Stadion feierte.

das Stadion tobt!

Schon beim Gewicht-über-die-Stange-werfen war das Publikum voll dabei und feuerte die Athleten an, aber das Baumstammwerfen (heißt übrigens „tossing the caber“) war sichtlich das Highlight des Tages. Nachdem es jetzt schon 17Uhr war, haben wir und die Männer nicht mehr ganz angeguckt, aber als nach vielen Fehlversuchen ein Mann, ich glaube es war ein Isländer, es geschafft hatte den Stamm zum Überschlag zu bringen tobte das Stadion.

 

Schweren Herzens sind wir dann gegangen und haben vor der Weiterfahrt noch schnell eingekauft. Wir hatten so viel Zeit eingeplant, da auf dem Weg eine Fähre war, die zwar regulär alle 20Minuten fährt, aber wir dachten, aufgrund der Highland Games werden wir bestimmt mehr als eine Fähre abwarten müssen. Dem war nicht so, wir kamen am Hafen an und fuhren ohne anhalten auf die Fähre. Die legte keine 5 Minuten später auch schon zur ca. 10-Minütigen überfahrt von Dunoon (Hunters Quay) nach Greenock (McInroy’s Point) ab.

Da das so gut geklappt hat, wären wir jetzt schon in 10 Minuten beim Campingplatz. Wir googelten kurz und beschlossen noch etwas weiter südlich zu fahren. In Ardgowan stellte sich, dann raus, dass dort gar kein Campingplatz existierte, wo google es dachte. Na toll. Im Ort gab es noch so etwas ähnliches, wo auch was mit Caravan Park dabei stand, dort sind wir hin und es waren nur so Caravan-Container, die für dauerhaftes Camping vermietet werden. Kein Platz für Wohnmobile, geschweige denn Zelte. Also wieder die 40 Min Fahrt zurück zu dem Campingplatz, den wir eigentlich geplant hatten.

Dort angekommen, war das auch wieder so ein Container-Park. Der wieder 10 Min. entfernte auch. Glücklicherweise ging gerade jemand in die (um 20Uhr natürlich schon geschlossene) Rezeption. Und als er wieder raus kam fingen wir ihn ab und fragten ihn wo man mit einem Zelt campen könne. Er wusste von keinem Campingplatz und hat seinen Kollegen angefunkt, der kannte nur den anderen Containerpark. Der Herr an der Rezeption meinte wir sollen doch mal runter zur Bar zu dem anderen Typen den er angefunkt hatte laufen, der hat mehr Infos die uns vielleicht helfen. Zusammen mit diesem und einem Barmitarbeiter, die sich rührend um uns kümmerten kamen wir zu dem Schluss, dass uns nur wildcampen übrig blieb. Sie nannten uns einen schönen Ort, wo man bestimmt gut campen könne und boten uns sogar eine Klorolle an, falls wir nix dabei haben sollten ;D

Wir sind also die 10 Minuten zu dem Sandstrand & Picknickplatz gefahren und haben dort unser Zelt aufgestellt. Auf dem Parkplatz standen auch zwei Wohnmobile über Nacht, wir waren also nicht die einzigen. So ein Chaos. Jedenfalls sind wir jetzt versorgt und haben uns schnell ins Zelt verkrochen, gerade weil hier wieder eine Millionen Midges um uns schwirrten. Dieser Platz war übrigens wieder so nah an Dunoon, dass wir das Feuerwerk der Highland Games während dem Zeltaufbauen sehen konnten. Wenigstens eine Aufmunterung am Abend 😉

wir sind erstmal südlich bis zum Greenacres Caravan Park gefahren… und dann wieder hoch bis zur Lunderston Bay

Edit: Ich hab noch ein kleines Video dazu:

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